1949 Unternehmerischer Mut läßt in unserem Ort mehrere Fuhrunternehmen entstehen. Zwei Schmiedewerkstätten sind vorhanden, eine davon schon seit mehreren Generationen, die auch heute noch besteht ("Schmetten"), mit einer zeitgemäßen Angebots- und Produktpalette.
Auch zwei Schreinereien bestehen, eine stellt ihren Betrieb 1976 ein, da kein Nachfolger besteht, die andere fertigt Element für den modernen Ausbau (May-Fensterbau).
Im Hause "Mohnen" war eine Schumacherei mit Reparaturbetrieb (Matthias Krisor)
1950 Hilarius Cordel hat den ersten neuen Traktor. Seine Vorzüge überzeugen viele Bauern. In den kommenden Jahren verschwinden viele der gewohnten Kuh-, Ochsen- und Pferdegespanne.
1951/52 Nach drückend heißem und schwülem Wetter entlädt sich hier ein Unwetter von nie erlebter Heftigkeit.
Im Ort gibt es drei Kolonialwaren- oder Lebensmittelläden, einer ist heute noch vorhanden und präsentiert sich mit einem umfassenden Warenangebot als Edeka-Markt.
Die Ortskanalisation wird gebaut, zum Teil in Fronarbeit.
1953 Mit den Planungsarbeiten für die Straße nach Gerolstein wird begonnen. Es wird eine neue Streckenführung in mehreren Ausbauabschnitten festgelegt. Beginnend an der Bundesstraße mit Begradigung der unteren Dorfstraße (Kilbach) wird der frühere Forstwirtschaftsweg (Ackerweg) einbezogen; so entsteht eine direkte Verbindung nach Büscheich und Gerolstein. 1960 sind alle Bauabschnitte fertiggestellt.
Ernst Müller eröffnet im Hause "Zur Wehrheck 8" eine Bäckerei, die bis 1957 besteht.
In einigen Häusern wird auch in der Nachkriegszeit noch im Winter Leinen gewebt, auch Steppdecken für die häusliche Aussteuer werden hergestellt.
1954

Der Ehrenfriedhof wird aufgelöst. Die Soldaten und Ziviltoten werden auf den Ehrenfriedhof Kolmeshöhe bei Bitburg umgebettet. Auf dem Waldgelände des ehemaligen Munitionslagers werden gewaltige Mengen Munition gefunden. Viele Männer unseres Ortes finden im Bergischen Land Beschäftigung als Holzfäller.

1956

Das fast völlige Fehlen von Lehrstellen zwingt viele Jugendliche ins Ruhrgebiet (Velbert, Heiligenhaus, Neviges und Remscheid).

1957

Der Sportverein "Blau-Weiß Salm 1957" wird gegründet. Schneefälle im Laufe 5.Mai verdichten sich in den späten Abendstunden zu einem heftigen Schneetreiben. In kurzer Zeit bildet sich eine geschlossene Schneedecke. Blühende Obstbäume und Waldungen bieten ein winterliches Bild. Ab 1. bis 10. Juli herrscht eine außerordentliche Hitze. Nachts zeigt das Quecksilber 20" C, um 8 Uhr sind es schon 22" C, um 10 Uhr 28 bis 29" C. Die Tagestemperatur beträgt 35°C. Bis weit in die fünfziger Jahre hinein werden die nicht selten anfallenden Tierkadaver im sogenannten "Tiergarten" in der "Locher" vergraben. Mit dem Entstehen der Siedlungsbetriebe und dem Wegfall der Kleinlandwirtschaft hat sich auf diesem Gebiet vieles geändert: Anfallende Tierkadaver werden zur Tierkörperverwertungsanstalt Rivenich gebracht.

1960/62

Eine Flurbereinigung findet statt: Das Wegenetz wird zum Teil neu geordnet, die Bachläufe reguliert mit Verrohrung der Salmquelle. Durch die Änderung von Nutzungsarten (Wiese in Wald) entsteht ein vollkommen verändertes Landschaftsbild (z.B.: Etschenbruch, Heidsborn, Kretscheid). Drei Aussiedlerhöfe entstehen. Die letzten Nebenerwerbslandwirte geben den Betrieb auf, wir müssen uns von einem gewohnten Bild, dem Kuhgespann, trennen. Eine gewaltige Mechanisierungswelle in der Landwirtschaft  beginnt; Heu- und Getreideernte erscheinen in einem veränderten Bild. Vier vorher bestehende Lohndruschuntemehrnen verlieren im Zuge dieser Maßnahmen ihre Kundschaft. Mit dem Bau der Gymnasien in Daun und Gerolstein bessert sich das Bildungsangebot in unserer ländlich geprägten Gegend. So erhält auch unsere Jugend die Chance eines Hochschulstudiums. Handwerk und Industrie siedelt sich in unserer Umgebung an, so entstehen Arbeits- und Ausbildungsplätze. Mit einigen Altmitgliedern wird der Musikverein neu gegründet (18.2.1962).

1969/70 Die Aufbahrungshalle mit Ehrenmal für die Toten des zweiten Weltkrieges wird gebaut (Fa. Becker, Wallenborn).
Die Grundschulen werden zusammengefaßt, Salm und Wallenborn bleiben als Schulstandorte erhalten (erst GS Salm-Wallenborn, dann GS Wallenborn-Salm; heute offiziell GS Wallenborn). In Niederstadtfeld entsteht die für uns zuständige Hauptschule.
Eine Verwaltungsreform findet statt.
1971 Sie Straße nach Mürlenbach wird ausgebaut; das Wegekreuz ("Bärbelskreuz") an seinen heutigen Standort versetzt. Im Distrikt "Gemeinde" wird die Sandgrube geschlossen, aus welcher man bis in die siebziger Jahre Sand zum Bau der Häuser entnahm. Unwirtschaftlicher Abbau, Salpeter und ein hoher Anteil an Lehm führen zur Einstellung.
1978 Die Gemeinde verkauft das ehemalige Lehrerwohnhaus. Viele Einrichtungen unserer Vorfahren müssen Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen weichen. Der häusliche Brunnen und das Backhaus sind nicht mehr zeitgemäß. Auch die Viehtränken verschwinden. Das gestiegene Einkommen der Bevölkerung wird nach außen hin sichtbar, das alte Gesicht des Dorfes beginnt sich zu wandeln.
1982 Nach Abbruch des ehemaligen Gasthauses Jung entstehen zwei Baustellen. Im Ort sind noch zwei Gasthäuser: Piroth und Müller; letzteres stellt sich nach mehrmaligem Umbau als Hotel mit allen gastlichen Annehmlichkeiten dar.
1985 Auf dem Gelände des ehemaligen Lebensmittelgeschäftes Piroth entsteht im Rahmen der Dorferneuerung ein Platz mit Bänken und einem Brunnen.
1992 Im Unterdorf werden Kanal und Straße erneuert. Das Wegekreuz wird restauriert und kehrt an seinen alten Platz zurück (Anwesen Dingels/Hoffmann).
1993

Ein Sammler zur Kläranlage in Wallenborn wird gebaut. Nach größeren Umbaumaßnahmen unter Einbeziehung des ehemaligen Warenlagers entsteht das heutige Gemeindehaus, eine zentrale Einrichtung mit Bank und Postservice im Untergeschoß. Mangelnde Nachfrage und nachlassende Bautätigkeit führen zu einem Abbau der Arbeitskräfte im Wald. War der Waid einst für viele Familien unseres Ortes Einkommensquelle und Arbeitsplatz, so finden heute nur noch wenige Facharbeiter in diesem Bereich ihr Auskommen.

1994

Die Hauptstraße und die Mürlenbacherstraße sowie die Straße zur Wehrheck werden kanalisiert. Eine Straßensanierung der Hauptstraße und zur Wehrheck findet statt. Bei Ausschachtungsarbeiten (Ortskanalisation) werden Mauerreste gefunden. Sie verlaufen quer zur Hauptstraße und setzen sich in Richtung Gemeindehaus fort. Über ihren Ursprung und ihre frühere Bestimmung ist nichts bekannt. Es darf angenommen werden, daß die Mauer älter ist als die heutige Hauptstraße.
Das Sägewerk Humberg stellt den Betrieb ein.

1995

Der Kupferberg wird kanalisiert und die Straße erneuert. Eine Restaurierung des dort stehenden Kreuzes ist eingeleitet. 1996 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Auf dem Galgen ist ein neuer Hochbehälter im Bau mit ca. 300 m³ Fassungsvermögen. Seine Fertigstellung ist für 1996 vorgesehen.

[weiter]

[zum Inhaltsverzeichnis]